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SAVE THE DATE: Generalversammlung der arteFakt-Genossenschaft

Wilstedt, 24. Januar 2025

Guten Tag liebe Mitglieder,

nach dem kürzlichen Mitgliederrundbrief vom 11.12.2024, in dem wir bereits mitteilten, wann wir die nächste Generalversammlung planen, geben wir heute zum Vormerken den Termin und den Ort für diese final bekannt.

 

Generalversammlung der arteFakt Genossenschaft
am 29. März 2025 im Überseemuseum Bremen,
Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen

 

Die Einladung mit der Tagesordnung und der Möglichkeit selbst auch Anträge einzubringen erhalten sie fristgerecht, auch mit Informationen zur Durchführung der Versammlung, zugesandt. Wie im letzten Jahr wird die Generalversammlung in hybrider Form mit der Möglichkeit einer auch digital aktiven Teilnahme durchgeführt werden. Dazu folgen in Kürze weitere Informationen.

Ob persönlich oder digital – wir freuen uns Sie wiederzusehen, um das zurückliegende Geschäftsjahr mit Ihnen zu reflektieren und neue Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Mit herzlichen und genossenschaftlichen Grüßen

Ihr arteFakt Vorstand
Conrad Bölicke und Jakob Steffens

Mitgliederrundbrief vom 11. Dezember 2024

 

Wilstedt, 11. Dezember 2024

Guten Tag liebe Mitglieder,

bevor sich das Jahr bald dem Ende zuneigt, möchten wir gern einige erste Informationen über das zurückliegende und das vor uns liegende Jahr geben.

Die klimatisch bedingten Ernteausfälle, in deren Folge es zu allseitig hohen Preissteigerungen gekommen war, haben es allen Beteiligten nicht leicht gemacht, an frühere Ergebnisse anzuknüpfen. Unsere langjährig entwickelte Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft hat sich in dieser Situation erneut gut bewährt. Erste Auswertungen unseres vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahres 2023/24, das am 31. Oktober 2024 endete, lassen ein ausgeglichenes Ergebnis mit einem kleinen Gewinn erwarten. Unser Steuerberater hat uns einen schnellen Abschluss bis Ende Januar zugesagt, so dass wir die Generalversammlung bereits zum Ende März planen können. Voraussichtlich wird sie wieder an einem Sonnabend in Bremen stattfinden, wir werden frühzeitig darüber informieren.

Mit kleineren Projekten zur Vorbereitung von Forschungsvorhaben in den Bereichen der Agro-Forstwirtschaft und der Wertstoffgewinnung aus dem bisherigen Abfall bei der Olivenölerzeugung sind wir gut vorangekommen. Die Sendereihe „Plan B“ im ZDF hat sich dafür interessiert und im Spätsommer und Herbst in Wilstedt, Apulien und Kalabrien einen Film über arteFakt gedreht, der am 18. Januar gesendet werden wird. In einem Newsletter werden wir rechtzeitig darauf aufmerksam machen.

Für unser Netzwerk zur Vorbereitung eines dreijährigen Forschungs-vorhabens der Wertstoffgewinnung konnten wir Frau Prof. Dr. Anja Noke von der HSB Hochschule Bremen für eine Zusammenarbeit gewinnen und so eine weitere Hochschule in das Netzwerk einbinden. In der bisherigen Forschungskooperation mit dem Maschinenbauunternehmen GEA Westfalia führte jetzt ein Student von der HS Bremen erste Versuche zur Polyphenolisolierung aus dem Oliventrester in der Mühle von Josep Maria Mallafré in Katalonien durch. Den wesentlichen Teil der Finanzierung des Werkstudenten hat dabei GEA übernommen. Betreut wird der Student von Dr. Steffen Hruschka, der uns seit sehr vielen Jahren als Experte zur Seite steht, und von Prof. Dr. Anja Noke, bei der er seine Bachelorarbeit schreibt, die aus diesem Projekt hervorgeht. Die Ergebnisse haben uns vorangebracht, und es wird jetzt an der Ausarbeitung eines Förderantrages für ein dreijähriges Forschungsvorhaben in Verbindung mit einer Promotion gearbeitet. Der Antrag wird im kommenden Jahr gestellt werden.

Die klimabedingten frühen Reifeprozesse der Oliven haben in manchen Regionen auch zu sehr frühen Ernten geführt, so dass wir einige Olivenöle der neuen Ernte schon jetzt in den Verkauf nehmen. Im Ganzen gesehen wird es zwar eine etwas größere Menge an Olivenöl als im letzten Jahr geben, weil mit Andalusien das größte Olivenanbaugebiet eine gute Ernte verzeichnen kann, dafür sind aber andere Regionen – überwiegend in Italien, Katalonien und dem nördlichen Peloponnes – von einer deutlich geringeren Ernte betroffen. Sinkende Preise zeichnen sich daher eher nicht ab.

Wie immer haben wir im letzten Quartal die Oliviers besucht und erste Proben ihrer neuen Olivenöle auf eine mögliche Belastung mit Mineralölen (MOSH/ MOAH) untersuchen lassen. Das Labor Eurofins hatte dann erfreuliche Nachrichten.  In allen Proben konnte die wegen einer möglichen Krebsgefährdung als gefährlich eingestufte MOAH-Fraktion nicht nachgewiesen werden. Und auch für die als nicht gefährlich eingestufte MOSH-Fraktion lagen die Werte weit unterhalb der empfohlenen Orientierungswerte vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) von 13 mg/kg. Sie entsprechen mit den niedrigen Werten sogar den sehr strengen Beurteilungskriterien der Verbraucherschutz-organisationen in Deutschland. Wir haben in den letzten drei Jahren erhebliche Mittel eingesetzt, um die Eintragungswege der vielfach nicht deklarierten Mineralölzusätze zu finden – in den Auskünften hatten wir darüber berichtet. Dies hat nun zum Erfolg geführt.

Die Olivenöl-Abholtage in Wilstedt werden wieder am letzten Aprilwochenende in Wilstedt stattfinden. Und viele Berliner*innen wird es freuen, dass der Frühjahrs- und Herbst-Staudenmarkt wieder wie früher im Botanischen Garten stattfinden wird, und natürlich werden auch wir wieder mit dabei sein.

In gutem Einvernehmen ist Frau Manuela di Bari im Oktober als Vorständin bei arteFakt ausgeschieden. Wir danken ihr für das Geleistete und wünschen ihr für ihre weitere berufliche Laufbahn alles Gute und viel Erfolg.

Von einem derzeit überall verzeichneten hohen Krankenstand sind auch wir betroffen. Das geschäftliche Aufkommen der Vorweihnachtszeit fordert uns daher zurzeit einiges ab. Wie mehrfach öffentlich angekündigt, geht es auch dem Paketdienstleister so. Wer aus unserem Angebot noch etwas zu Weihnachten oder zum Verschenken haben möchte, sollte daher nicht mehr lange warten. Am 20. Dezember geben wir die letzten Pakete zu DHL. Dann räumen wir noch alles auf und sind im neuen Jahr ab dem 6. Januar in alter Frische wieder für Sie/Euch da.

Bis dahin wünschen wir allen eine schöne und gesunde Weihnachtzeit und trotz all der wenig erfreuliche Nachrichten dieser Tage einen frohen Übergang in das neue Jahr.

Wir bleiben zuversichtlich, bleiben Sie es auch.

Ihr

Conrad Bölicke, Jakob Steffens und das arteFakt-Team

Informationen zum Patenschafts-Olivenhain Palombaio

Wilstedt, 30. Oktober 2024
Guten Tag liebe Olivenbaum-Patinnen und -Paten und Mitglieder,
gerade sind wir aus Apulien von unserem Patenschafts-Olivenhain und Landschaftsmuseum in Palombaio zurückgekommen, und es gibt Interessantes zu berichten.

In den letzten „Auskünften“ hatten wir mehrfach über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Olivenlandwirtschaft berichtet und darüber, wie wir gemeinsam mit den Oliviers in der Agroforstwirtschaft nach Lösungen suchen, um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Auch wenn es bereits etliche Projekte gibt, die Agroforstwirtschaft in der Praxis erproben, sind die Herausforderungen in ihrer Komplexität so vielfältig, dass es für die Olivenlandwirtschaft noch keine Vorlagen gibt, die wir einfach übernehmen könnten. Für alle Ideen müssen wir zunächst mit kleineren Pilotprojekten eigene Erfahrungen sammeln und ihre Umsetzbarkeit erkunden.

Bei unserem letzten Weiterbildungstreffen mit den Oliviers sowie den uns beratenden Fachexperten und -expertinnen verabredeten wir, dass alle Oliviers auf ihren Olivenhainen eine begrenzte Fläche von 3 x 4 Olivenbäumen markieren und auf dieser Fläche, im Umfang eines kleinen Gartens, verschiedene Versuche durchführen werden. In diesem Zuge haben wir uns entschieden, auch den Patenschafts-Olivenhain als „Versuchslabor“ mit einzubeziehen.

Für die Konzeption der Versuche, deren Begleitung und Auswertung haben wir eine Agroforst-Fachgruppe gebildet, deren Leitung Michele Librandi (Olivenöl No.3) als diplomierter Agronom übernommen hat.

Unsere jüngste Reise nach Apulien diente der Umsetzung eines ersten Pilotprojekts auf einem kleinen Teil der zwei Hektar großen Fläche des Patenschafts-Olivenhains. Mit dabei waren Giuseppe Lombardi aus Andria (Olivenöl No. 7 grün), Davide Colasanto aus Ruvo (Humusproduzent und Regenwurmzüchter), Domenico Angelini aus Trivio (Erhaltungszüchter alter Sorten von Hülsenfrüchten) und fleißige Helfer, darunter Olivenbaumpatin Ute aus Bremen, die sich so in den Olivenhain verliebt hat, dass sie dort ihren siebzigsten Geburtstag feiern wird.

 

 

Humusaufbau, Wasserspeicherfähigkeit, Biodiversität – das sind die Schwerpunkte der ersten Versuchsreihe. Auch wenn der Patenschafts-Olivenhain in seiner Gesamtanlage noch immer einer Gartenanlage mit verschiedensten Nutzpflanzen gleicht und nicht zu einem monokulturellen Hain ausschließlich mit Olivenbäumen entwickelt wurde, gibt es auch hier große Flächenanteile, die nicht genutzt werden. Früher weideten dort Schafe. Anders als in den meisten monokulturellen Hainen lassen wir hier Wildgräser und -kräuter wachsen und halten den Boden nicht „nackt“. Doch das allein reicht nicht mehr aus, um den immer längeren Trockenperioden mit hohen Temperaturen zu trotzen. Wiesen sind starke Wasserverbraucher, und vertrocknete Gräser schützen den Boden nur wenig.

Um die Böden resistenter gegen Trockenheit und Hitze zu machen, was letztlich auch den Olivenbäumen hilft, wird eine durchdachte Bewirtschaftung erforderlich sein. Dabei setzen wir auf Pflanzensynergiegemeinschaften, die sich weitgehend selbst und gegenseitig dabei unterstützen, mit den veränderten Klimabedingungen zurechtzukommen. Im besten Fall können einige dieser Pflanzen sogar zusätzlichen Ertrag bringen, während andere ausschließlich dem Ziel der Widerstandsfähigkeit dienen. Künftige Oliviers werden sich damit zu Mischlandwirten entwickeln müssen, was erhebliche Veränderungen in ihrem Lebensrhythmus mit sich bringen wird. Neben der materiellen Herausforderung des landwirtschaftlichen Transformationsprozesses wird auch die mentale Transformation nicht weniger anspruchsvoll sein und vermutlich ähnlich lange dauern wie das Wachsen eines Baumes, bis er Schatten spendet.

Dem Patenschafts-Olivenhain kommt mit seiner Laborfunktion eine größere Rolle zu, als wir bisher angenommen haben. Hier sind wir frei von den wirtschaftlichen Zwängen, die unseren Alltag bestimmen, und können mutig experimentieren.

Ein Olivenbaum kann sehr tief reichende Wurzeln bilden. Steht er jedoch allein ohne pflanzliche Nachbarn, tut er das nicht und bildet eher flachere Wurzeln. Daher setzen wir auf den ersten Versuchsflächen Büsche, die nicht tief wurzeln können, neben die Olivenbäume. Diese zwingen den Olivenbaum, tiefer zu wurzeln, wo er weniger Konkurrenz hat und die feuchteren Bodenschichten erreicht. Zwischen den Büschen verändert sich der Boden; bei Wind sammeln sich dort Blätter und kleine Zweige, die den Boden bedecken, ihn feuchter halten und eine Mikrowelt von Kleinstlebewesen schaffen. Diese finden hier Nahrung, lockern den Boden, lüften ihn, bilden Humus und versorgen ihn mit Nährstoffen. Wir haben mit Rosmarin, Salbei, Lavendel und Kräuterbüschen begonnen, die zum Teil auch ätherische Düfte verströmen. Diese Düfte locken Nützlinge an, halten Schadinsekten fern, schaffen neue Lebensräume und fördern so die Biodiversität. Trotz mehrfacher Bewässerung haben sich Lavendel und Salbei jedoch nicht bewährt, da sie den hohen Temperaturen nicht standhalten konnten. Eine intensivere Bewässerung würde unser Ziel, signifikant weniger Wasser zu verbrauchen, verfehlen. Deshalb haben wir sie teilweise durch andere, buschigere und höher wachsende Pflanzen ersetzt und hoffen nun auf bessere Ergebnisse.

Die bisherigen Brachflächen zwischen den Olivenbäumen sollen zukünftig zu Wirtschaftsflächen mit Nutz- und Ertragspflanzen werden. Auf Anraten von Domenico haben wir zunächst mit Leguminosen begonnen. Sie sind Stickstoffsammler und lockern verdichtete Böden auf. Zusätzlich haben wir ein kleines Gemüsebeet angelegt und experimentieren mit Permakulturmethoden zum Bodenschutz. Dabei werden als Unterlage für grob verrottete Olivenblätter Äste auf den Boden gelegt, die einer Verdichtung der Bodenoberfläche entgegenwirken. Unter diesem „Dach“ entsteht bald ein reges Bodenleben von Mikroorganismen und Kleinlebewesen, die den Boden auflockern, ihn fruchtbarer machen und feuchter halten.

Die erste, skeptische Reaktion der Oliviers auf dieses Konzept war: „Ja, und wie lege ich dann meine Netze bei der Ernte aus? Und wie kann ich mit dem Traktor überall durchfahren?“ Diese Reaktion zeigt deutlich die doppelte Herausforderung, der wir uns gegenübersehen: die landwirtschaftliche und die mentale Transformation. Der Patenschafts-Olivenhain als Experimentallabor wird hier von großer Bedeutung sein. Mit dem Heranwachsen der Pflanzen werden wir neue Wege und praktische Lösungen entwickeln müssen, wie diese Prozesse funktionieren können. Bei den ausgewählten Nutzpflanzen, die jährlich geerntet werden, wird es darauf ankommen, ihre Vegetationszeiten und -rhythmen so abzustimmen, dass sie sich in der Aussaat und der Ernte ablösen und nicht parallel zueinander entwickelt werden.

Der 1-Euro-Museumstaler, den wir wegen all dieser klimatischen Herausforderungen kürzlich in den 1-Euro-Klimataler umbenannt haben, bleibt dabei im Hintergrund erhalten. Unsere Laborversuche greifen in vielfacher Weise auf die Wiederentdeckung alter Pflanzensorten und landwirtschaftlicher Kulturen zurück. Damit rücken wir den Boden und das Bodenleben wieder in den Mittelpunkt der Landwirtschaft – ein Aspekt, der über Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Realistisch betrachtet, können wir damit zunächst nur Einfluss auf das Mikroklima gewinnen (siehe unsere Klimaleiter), und es wird fünf bis fünfzehn Jahre dauern, bis sichtbare und nachhaltige Erfolge erzielt werden. Wie immer ist es viel leichter, etwas zu zerstören, als es wieder aufzubauen.

Wir freuen uns, dass wir auf dem Olivenhain dank Ihrer Namensschilder über 180 Paten für jeweils einen Olivenbaum haben. Alle Bäume sind bereits vergeben. Wenn Sie uns auf unserem Klimaweg unterstützen möchten, erzählen Sie davon und klicken bei Ihrer Bestellung ab und zu einen 1-Euro-Klimataler mit an. Die Summe vieler kleiner Beträge hilft uns sehr bei der Finanzierung all dessen, was Sie auf den Bildern sehen. Wer im engen oder weiteren Sinne über fachliche und wissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten zu dieser Thematik verfügt und uns gelegentlich beraten oder sich der Agroforst-Fachgruppe anschließen möchte, ist herzlich willkommen.

Das ZDF hat sich für seine Sendereihe „Plan B“ für unsere Aktivitäten interessiert und vier Drehtage in Wilstedt, bei den Geschwistern Librandi in Kalabrien und auf unserem Patenschafts-Olivenhain in Palombaio in Apulien verbracht. Wir informieren Sie rechtzeitig, wann der Film gezeigt wird.