Mitglieder-Rundbrief Februar 2026

Guten Tag liebe Mitglieder,

wir wünschen Ihnen, gut und mit Freude in das neue Jahr gekommen zu sein, und dass es sich als ein Jahr mit vielen schönen Erlebnissen für Sie fortsetzt. Nach unserer traditionellen Betriebspause zwischen den Feiertagen und der ersten Januarwoche sind wir alle vom Vorweihnachtsstress gut erholt und gutgelaunt wieder zurückgekommen und arbeiten bereits intensiv am Start der neuen Olivenöl­kampagne, den Vorbereitungen der Generalversammlung Mitte und Ende März und den Olivenöl-Abholtagen Ende April. Und es gibt etwas zu feiern …

30 Jahre arteFakt

In diesem Jahr blicken wir auf 30 Jahre arteFakt zurück, das wird uns als ein schönes Jubiläum durch das Jahr begleiten. 30 Jahre: das bedeutet, dass damit auch etliche Mitarbeiter*innen ihre langjährige Zugehörigkeit zu arteFakt begehen und sich bald in die Rente verabschieden werden oder es schon getan haben. So gehen wir in das Jubiläumsjahr auch mit einer neuen, jüngeren Generation, die sich aufmacht die nächsten 30 Jahre prägen zu wollen, und in diesem Jahr vieles zum ersten Mal erleben werden. Nicht alle „Alten“ sind schon weg, dennoch wird vielleicht nicht alles gleich wie gewohnt klappen und wir werden sie vielleicht auch das eine oder andere Mal als Mitglieder um Rat und Mithilfe bitten.

Generationenwechsel

Mit dem Generationenwechsel werden Neuerungen einhergehen, u.a. der „digitalen Welt“ die schneller als in den zurückliegenden Jahren zur Geltung kommen wird. Wir werden dabei darauf achten müssen, dass wichtige Elemente des Zusammenseins wie fühlen, riechen und schmecken nicht in den Hinter­grund geraten und weiterhin analog erlebbar bleiben.
Bei der Gründung von arteFakt bezogen wir uns auf das Modell des „Sozialen Organismus“ von Joseph Beuys. Mit dem Begriff der Sozialen ­Plastik erweiterte er die Kunst und das künstlerische Schaffen um den Wärmebegriff. Sein geplantes Projekt der Gründung eines Unternehmens auf der Documenta in Kassel als Form der Kunst konnte er durch seinen Tod nicht mehr schaffen. Geblieben sind davon Fragmente seiner Vorarbeiten, wie „Kunst gleich Kapital“, „Wärmezeitmaschine in der Ökonomie“ und „Die Zukunft gehört dem Wärmetausch“. Blicken wir zurück, hat das unsere Unternehmensentwicklung und -kultur stark geprägt. Es hat uns viel miteinander erleben lassen und gemeinsam zu Erfolgen geführt.
Jetzt werden die Herausforderungen nicht nur die der digitalen Veränderungen sein, es gilt dabei alle mitzunehmen und den Gründungsidealen des Miteinander und der Gemeinschaft auch weiterhin einen sinnlichen Raum des Wärmetauschs zu ermöglichen.
Wer den direkten und persönlichen Kontakt zu arteFakt sucht, soll das weiterhin können und uns dann persönlich, und nicht als KI-Roboter erreichen. Jetzt im März werden Sie wohl die letzten postalischen „Auskünfte“ in Printform erreichen. Für die Herbst-Auskünfte planen wir sie dann erstmals in einem digitalen Format. Mit Ihnen zusammen werden wir jedoch auch Übergangswege suchen, die beiden Vorlieben, die sich vielfach entlang der Generationen bewegen, gerecht werden können.

Klima, Klimaveränderungen und Olivenernte

Mit ihren Folgen für die Olivenlandwirtschaft und damit für die Olivenöle bleiben die Veränderungen des Klimas an der Spitze der Agenda der Herausforderungen. Mit der neuen Ernte sind es in diesem Jahr unsere griechischen Oliviers, die erhebliche Ernteeinbußen wegen langer Trockenheit und zu hohen Temperaturen erlitten haben. Nach den Ernteeinbrüchen im letzten Jahr bei unseren Oliviers in Italien konnten diese jetzt im südlichen Italien eine gute Ernte verzeichnen. Die Oliviers in Mittel und Ober­italien klagten über zu viel Wasser, was auch zu vielen Überschwemmungen führte. Die hohe Feuchtigkeit, gepaart mit der Sommerwärme, ergab dann paradiesische Bedingungen für die frühe und massenhafte Vermehrung von Schadinsekten. Viele Oliven fielen ihnen zum Opfer, minderten die ­Olivenmenge und die Qualität.
Wie im südlichen Italien konnten auch unsere spanischen Oliviers eine gute Ernte verzeichnen. Damit ergibt sich insgesamt eine relative Stabilisierung der Angebote gegenüber den letzten Jahren, was es auch unseren Oliviers ermöglichte die Preise stabil zu halten, weshalb auch wir im Wesentlichen keine Preise erhöhen.

Olivenöl-Test und allgemeine Marktlage

Bezogen auf den allgemeinen Markt gelang es erneut nicht, die Nachfrage mit dem Angebot an Olivenöl in Einklang zu bringen. Das allgemeine Preisniveau bleibt daher gegenüber früheren Jahren weiterhin im hohen Bereich. Das Ergebnis des gerade erschienen neuen Olivenöl-Tests der Stiftung Warentest ist verheerend ausgefallen. Kein Olivenöl erreichte die Note eins. Nur vier die Note Zwei, und diese lagen im Preisbereich zwischen 14,00 und 54,00 Euro pro Liter. Acht Olivenöle fielen wegen schlechten Geschmacks und enthaltenen Schadstoffen mit der Note Mangelhaft durch. Alle anderen bewerteten Olivenöle kamen über ein Mittelmaß in der Qualität nicht hinaus.
Eine Ökotrophologin äußerte sich im Interview schockiert, weil die Bezeichnung nativ und Nativ Extra als höchste Güteklasse kein verlässlicher Hinweis mehr auf ein hochwertiges Olivenöl ist. Getestet wurden ausschließlich Olivenöle dieser beiden Güteklassen, eingekauft in Supermarktketten und ­Discountern. Deshalb werden unsere Olivenöle nicht ausgewählt und mit in die Tests einbezogen.
Uns haben diese Ergebnisse eher nicht überrascht und auch nicht schockiert, haben wir doch deshalb vor 30 Jahren arteFakt gegründet. Damals und bis vor einigen Jahren überstieg im allgemeinen Markt das jährliche Angebot an Olivenölen noch die Nachfrage. Das war einer der Gründe für die niedrigen Preise, und den großen Playern der Supermärkte und Discounter stand noch eine größere Menge an Olivenölpartien zur Qualitätsauswahl zur Verfügung. Lange schon ist es bekannt, dass wegen der Olivenöltests durch die beiden Verbraucher-Magazine Stiftung Warentest und Öko-Test, die es in keinem der anderen europäischen Länder in vergleichbarer Weise gibt, die besseren Partien immer nach Deutschland gehen. Mit den Folgen des Klimawandels ist diese Überproduktion des Angebots seit einigen Jahren verloren gegangen, die Preise verdoppelten sich dadurch und die Auswahl für „akzeptable“ Qualitäten ist drastisch gesunken. So konnte z.B. Aldi mit seinen Olivenölen im letzten Jahr bei Stiftung Warentest noch punkten, jetzt bekamen sie die Note Mangelhaft.

Unsere Olivenölpässe

Einmal mehr hat uns das Testergebnis gezeigt, warum unser Olivenölpass so wertvoll für Olivenöl-Genussfreunde ist und keiner uns sie nachmacht. Wir leisten uns dafür ebenso umfangreiche und aufwendige lebensmittelchemische Laboruntersuchungen wie die großen Player der Supermarktketten und Discounter. Diese nutzen die Ergebnisse allerdings, um damit Mischungen aus EU Anbaugebieten so herstellen zu lassen, dass sie nicht unter die Mindestanforderungen der EU-Olivenölverordnung geraten. Die Kosten dieser Laboruntersuchungen fordern uns ökonomisch stärker als diese heraus, weil wir das für unsere sehr viel kleineren Partien untersuchen lassen. Mit diesen Untersuchungen und den jähr­lichen Weiterbildungstreffen wollten wir aber schon früh den Oliviers helfen, eine neue Olivenölqualität zu entwickeln. „Olivenöl aus der Fettecke holen“ nannten wird das vor 30 Jahren. Blicken wir zurück, so ist uns das gemeinsam gelungen und dokumentiert sich für alle transparent in den Olivenölpässen.

1-Euro-Klimataler und 3 in 1-Produkte zum Erhalt der Biodiversität

Trotz aller über die Jahre erlangten Perfektion und Routine machen es die Einflüsse des Klimawandels jetzt schwerer als früher, jedes Jahr die bereits erreichte höchste Qualität erneut zu erreichen. Wer mit der Natur arbeitet, hatte das Problem der Schwankungen schon immer. Neu ist die zeitliche Nähe der Wiederholungen von drastischen Klimaeinflüssen. Hierfür wird es keine schnellen Lösungen zur Abhilfe geben und wird noch längere Zeit des Erforschens und Experimentierens erfordern. Neben dem zähen Willen und der Beharrlichkeit diese langen Wege zu gehen, braucht es die Gemeinschaft zur Unterstützung, zum Mut machen und zur Finanzierung. Mit unserem Modell, mit nur kleinen Beträgen und Beiträgen, die aber von vielen geteilt und geleistet werden, haben wir in 30 Jahren auf diese Weise vieles erfolgreich meistern können.
Lassen sie uns weiterhin gemeinsam als Ziel festhalten, dass am Ende des Jubiläums­jahres so viele 1-Euro-Klimataler zusammengekommen sind, dass wir damit das ­bestehende Mikroklima-Projekt stärken, und dann vielleicht ein neues, ein Jubiläums­projekt damit beginnen können.

Mit herzlichen und genossenschaftlichen Grüßen
Ihr
arteFakt-Team

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Mitglieder-Rundbrief Dezember 2025

Guten Tag liebe Mitglieder,
das kalendarische Jahr neigt sich mit der Adventszeit und den anschließenden Festtagen dem Ende zu, unser Geschäftsjahr weicht allerdings davon ab und endete bereits am 31. Oktober. Im ersten Überblick war es wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr, dass wir mit einem Überschuss abschließen konnten. Mit unserem Steuerberater wird nun noch an der buchhalterischen und steuerfachlichen Feinjustierung gearbeitet, die Ende Januar fertig sein soll, so dass wir die Jahresmitgliederversammlung schon jetzt terminieren können. Sie wird am 28. März 2026 in Bremen, nahe dem Hauptbahnhof im Überseemuseum stattfinden, erneut in hybrider Form, Sie können also analog mit dabei sein oder sich digital zuschalten.

Olivenöle der neuen Ernte schon früh verfügbar

Die klimatischen Veränderungen lassen die Oliven erneut früher reifen als wir es in der Vergangenheit gewohnt waren. Das einmal konzipierte Kampagnenprinzip mit einem gemeinsamen Start aller Oliven­öle der neuen Ernte funktioniert daher immer weniger. Mit dem Olivenöl No.2 von Sizilien, dem Olivenöl special Carolea aus Apulien und dem Olivenöl No.11 grün aus Katalonien sind bereits die ersten Olivenöle der neuen Ernte im Shop, und im Januar werden weitere folgen. Den Start der Olivenölkampagne, der traditionell mit der Aussendung der Frühjahrs-Auskünfte Mitte März erfolgt, werden wir noch beibehalten, werden aber keine Olivenöle, die uns schon vorher erreichen, bis dahin zurückzuhalten. Mit neuen Ideen werden wir für die kommenden Jahre auf die veränderte Situation reagieren, nehmen hierfür Anregungen gerne an und berichten dann in den Herbst-Auskünften über zukünftige Neuerungen.

Weitgehend stabile Preise für die neue Ernte

In Italien und Spanien sind größere Ernteeinbußen wie im letzten Jahr ausgeblieben, so dass die allgemein für den Markt verfügbare Olivenölmenge die Preise stabilisiert. Noch reicht die Menge aber nicht zur Befriedigung der früheren allgemeinen Marktnachfrage, so dass das Preisniveau insgesamt weiterhin hoch bleibt. Auch unsere Partner-Oliviers halten ihre Preise stabil, so dass wir unsere Preise, bis auf kleinere Korrekturen, in der neuen Kampagne unverändert belassen können.
Für unsere griechischen Oliviers waren die Bedingungen leider weniger erfreulich. Die Familie Fronimakis auf Kreta musste mit einer Feuerbrunst im Sommer, die auch in ihren Canyon eindrang, bereits den Verlust von ca. 300 Olivenbäumen hinnehmen. Eine lange anhaltende Trockenheit, die bis hinein in die Erntezeit reichte, ließ die Oliven dann nur sehr wenig Olivenöl ausbilden, so dass ihre Ernte nur eine Minimalmenge an Olivenöl hervorbringen wird.
Die Kooperative Eleonas auf dem südlichen Peloponnes hatte mit ihrer geografischen Nische des Hochplateaus in den Bergen erneut weniger Schwierigkeiten mit dem Klima. Viele Olivenbäume konnten sie dann aber trotzdem nicht ernten, weil sich in den Oliven ab der Frühreife recht schnell von innen her eine Fäulnis bildete. Noch forschen wir nach der Ursache, in jedem Fall ist es ein herber Verlust vom mehr als 50% der erwarteten Ernte. Für die Kooperative kommt das zur Unzeit, errichtet und finanziert sie doch gerade eine eigene Olivenmühle.

Bei einem anderen beliebten Produkt, den fettfrei gerösteten Haselnüssen von Josep M. Mallafré aus Katalonien, sind die Preise durch die Decke geschossen. Wie bereits mehrfach den Medien zu entnehmen war, ist es weltweit zu einer drastischen Missernte von Haselnüssen gekommen, was die Preise fast verdoppeln ließ. Das erreichte auch uns, so dass wir jetzt eigentlich eine Goldschleife um das Glas mit Haselnüssen binden müssten. Die Freunde und Freundinnen dieser leckeren Haselnüsse werden sie in diesem Jahr wohl nur einzeln und mit Bedacht genießen können.

2026 wird arteFakt 30 Jahre alt

1996 starteten wir in Berlin mit dem ersten Angebot von eintausend 1 Liter-Kanistern eines Olivenöls aus Ligurien. Man konnte nur ein Mal im Jahr einen 1 Liter-Kanister bestellen und musste, wenn dieser verbraucht war, ein Jahr auf die nächste Ernte warten. In den ersten drei Jahren war arteFakt als Forschungsprojekt konzipiert und erst 1999 mit der Gründung der GmbH dann juristisch ein Handelsunter­nehmen. Im neuen Jahr blicken wir auf die Gründungsjahre zurück und erzählen davon, auch warum man im ersten Jahr nur einen 1 Liter-Kanister erwerben konnte. Vielleicht waren Sie zu dieser Zeit schon mit dabei, dann schreiben Sie uns gerne Ihre Erinnerungen.

Zum Vormerken:
28. Olivenöl-Abholtage am Sonnabend und Sonntag,
den 25. und 26. April 2026 in Wilstedt

FuE Agroforstwirtschaft Palombaio

Maria Dahm, Studentin an der Hochschule für Nachhaltigkeit in Eberswalde, absolviert derzeit ein Auslandspraktikum in Palombaio bei der dortigen NGO für Permakultur und ­Agroforstwirtschaft und engagiert sich währen dieser Zeit auch für unsere dortigen Projekte. Sie unterstützt hier Palma Iacobelli aus Bari, die in den Niederlanden Agroforstwirtschaft studiert hatte und mit uns schon länger zusammenarbeitet. Zu sehen sind sie hier bei der Bearbeitung unserer beiden Agroforst-Versuchsflächen für die neue Vegetationsperiode. Es geht dabei um eine veränderte Landwirtschaft, die mit 30 bis 40% weniger Wasser auskommen können soll und deren Böden das Wasser lange halten können. Unter der Erde wird das durch einen Humusaufbau und mit der Pflanzenkohle zur Aktivierung des Bodenlebens erreicht und über der Erde durch einen diversifizierte und sich synergetisch ergänzende Pflanzengemeinschaft, die den Boden bedeckt sowie die Humusbildung, als auch die Entwicklung nützlicher ­Insekten und bodennaher Kleintiere befördert und damit Einfluss auf das Mikroklima nehmen kann.

Eine der beiden Flächen haben wir jetzt „gedopt“ und zwar mit Humus aus der Regenwurmzucht von Davide Colasanto aus Ruvo und mit aktivierter Pflanzenkohle aus dem Projekt bei der Cooperative ­Emanuel De Deo in Minervino. Hier kommt der Prototyp der Carbon Box von Walter Danner (Mitglied unserer Genossenschaft) aus dem Entwicklungszentrum seines Unternehmens Snow Leopard Projects zur Herstellung von Pflanzenkohle aus dem Schnitt der Olivenbäume zum Einsatz. Auf beiden Flächen wurden als ökonomisch verwertbare Nutzpflanzen Fave-Bohnen ausgesät. Der satte Regen der letzten Wochen lässt die Bohnen bereits erkennbar gut sprießen. Alle Versuche dienen hier der Vorbereitung eines größeren Klimaprojektes, für das wir zusammen mit unseren Partner*innen in Apulien einen Antrag für Gelder aus Fördertöpfen der EU vorbereiten.

In den letzten Tagen kam es zum Durchzug eines Wolkenfeldes, dass in wenigen Stunden immense Wassermassen abregnen ließ und zu Sturzbächen führte. Palma schaut sich hier die weggespülte Mauer und der Abbruchkante zum Nachbar-Olivenhain an, die hunderte von Jahren gehalten hatte und sie jetzt an einem Tag weggespült und eine Auswaschung des Bodens zu einem kleinen See mit einer Tiefe von einem Meter fünfzig hinterlassen hat. Das ist jetzt die Realität. Sehr lange und regenfreie Sommermonate und in der Winterzeit Regen zumeist nur als Wolkenbrüche. Hierauf müssen wir Antworten finden. Dank der Spendenbereitschaft für den 1 Euro-Klimataler stehen uns die Mittel für erste kleinere Versuchsprojekte zur Verfügung. Ebenso hilfreich ist dabei die Bereitschaft von Mitgliedern und arteFakt-Freunden aus dem Kundenkreis, diese Mittel in praktischer Arbeit vor Ort auch einzusetzen.

Nun wünschen wir Ihnen eine nicht zu stressige Advents- und Vorbereitungszeit der Festtage und dann einen geruhsamen Übergang in das neue Jahr. Für uns wird es bis einschließlich dem 19. Dezember, dem letzten Tag der Aussendung von Paketen, noch recht angespannt bleiben und wir verabschieden uns dann zum Erholen und Schöpfen neuer Kräfte bis zum 3. Januar in die Betriebsferien und sind ab dem 6. Januar wieder für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
arteFakt-Team

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Rund um die Olive – Ein Projekttag mit der 9. Klasse der GSH St. Augustin, Niederpleis

Anfang des Jahres erreichte uns eine E-Mail von Ece Ünlü, Klassenlehrerin einer 9. Klasse an der Gemeinschaftshauptschule in St. Augustin. Sie hatte von ihrer Schulklasse einen Olivenbaum zum Geburtstag geschenkt bekommen. Dieses Geschenk inspirierte sie, die „Olive“ zu nutzen, um das Gemeinschaftsgefühl ihrer Klasse zu stärken. Aus dieser Idee entstand ihre „Olivenklasse“: Selbstgebastelte Oliven mit schönen Sinnsprüchen, Plakate über Olivenöl in Europa und kleine kreative Projekte rund um die Olive zierten bald den Klassenraum.
Wir finden es großartig, wenn sich Menschen wie Ece mit so viel Freude & Leidenschaft für eine bessere Gemeinschaft einsetzen und wollten ihr und ihrer Klasse daher eine besondere Freude machen. So entstand der Plan für einen gemeinsamen Projekttag „Rund um die Olive“ – ein Tag, der informiert, inspiriert und zusammenschweißt. Sebastian aus unserem Team begleitete die Klasse und berichtet hier von seinen Eindrücken:

Ein Tag zum Mitmachen:
Lernen mit allen Sinnen

Mir war von Anfang an wichtig, dass die Schüler nicht nur zuhören, sondern selbst aktiv werden. Die besten Erlebnisse (und die lange im Gedächtnis bleiben) sind die, bei denen man mit den Händen arbeitet, Dinge ausprobiert, schmeckt und riecht, also mit seinen Sinnen arbeitet. Deshalb bestand unser Projekttag aus fünf Stationen:

· Zwei Olivenbäume im Schulgarten pflanzen
· Olivenölverkostung
· Olivenverkostung
· Pesto und Mayonnaise selbst herstellen
· Pizza backen

Olivenbäume pflanzen:
Ein Zeichen für die Zukunft

Den Auftakt machte die Pflanzung von zwei Olivenbäumen im Schulgarten. Gemeinsam suchten wir einen sonnigen, windgeschützten Platz und mischten Regenwurmkompost mit Pflanzenkohle, um eine Art „Terra Preta“ herzustellen. Diese besonders nährstoffreiche Erde, inspiriert von der „Schwarzen Erde“ im Amazonasgebiet, sorgt für beste Wachstumsbedingungen. Glücklicherweise war der Boden bereits schön lehmhaltig – ein wichtiger Faktor für die Olivenbäume.
Während einige mit Begeisterung zur Schaufel griffen, beobachteten andere das Geschehen lieber von der Seite. Beide Gruppen wurden eingebunden: Ich verknüpfte die Pflanzung der Olivenbäume unter Hinzunahme der Terra Preta mit Berichten aus unseren aktuellen Agroforst-Projekten.

Dabei zeigte ich auf, wie sich die Folgen des Klimawandels für unsere Oliviers bereits seit geraumer Zeit bemerkbar machen und erklärte, warum Agroforstsysteme in Kombination mit Terra Preta eine DER Klimawandel-Anpassungs-Strategien in der Landwirtschaft darstellen.

Olivenöl und Oliven: Mit allen Sinnen entdecken

In der schuleigenen Küche ging es dann an die Olivenölverkostung. Ziel war es, Unterschiede bewusst wahrzunehmen: Unsere No.11 von Josep Maria aus Katalonien gegen ein Standard-Bio-Öl aus dem Supermarkt. Der Unterschied war für alle sofort schmeckbar – unsere No.11 wurde klar zum Favoriten gewählt.
Beim anschließenden Gespräch über arteFakt, unsere Werte und unsere Arbeitsweise habe ich mich sehr gefreut, wie interessiert die Kinder genau an diesem Punkt zugehört haben und was für tolle Nachfragen sich spontan ergeben haben. Genau dieser Austausch ist es, der solche Erlebnisse für mich besonders macht.
Bei der Olivenverkostung gab es dann noch eine kleine Überraschung: Die Sorten „Farga“ und „Arbequina“ fanden zwar durchaus Anklang, doch am Ende lagen die klassischen Tafeloliven, wie unsere „La Bella“, deutlich vorn. Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie sehr unsere Gewohnheiten unseren Geschmack und unsere persönlichen Vorlieben beeinflussen.

Selbstgemacht schmeckt’s am besten:
Pesto und Mayo

Danach wurde es praktisch: In kleinen Gruppen bereiteten die Schüler ein klassisches Petersilien-Pesto und frische Mayonnaise zu. Für viele war es das erste Mal, dass sie solche Dinge selbst herstellten. Die Begeisterung war groß, vor allem als klar wurde, wie einfach es ist, mit wenigen Zutaten etwas richtig Gutes zu zaubern – und wie viel besser es schmeckt als die fertigen Produkte aus dem Supermarkt.

Der krönende Abschluss: Pizza für alle

Als Abschluss durften alle ihren eigenen Pizzateig belegen. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Manche verfeinerten ihre Pizza später sogar mit dem frisch hergestellten Pesto. Der Duft von frisch gebackener Pizza und das gemeinsame Genießen bildeten den perfekten Ausklang für einen rundum gelungenen Tag.
Zum Abschluss erhielten alle eine Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme am Projekttag „Rund um die Olive“. Ece und ihre Klasse haben sich riesig darüber gefreut.

Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

Für uns als arteFakt war dieser Projekttag mehr als nur eine nette Geste. Es ging darum, junge Menschen für gutes Essen, nachhaltige Landwirtschaft und gemeinschaftliches Handeln zu begeistern. Es ist schön zu sehen, dass solche Erlebnisse bleiben – vielleicht nicht nur als Erinnerung, sondern auch als Anstoß für neue Ideen und Projekte.
Wir danken Ece Ünlü und ihrer Klasse und wünschen den frisch gepflanzten Olivenbäumen ein langes, gesundes Leben im Schulgarten der GSH.

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