Mitglieder-Rundbrief Juni 2026

Guten Tag liebe Mitglieder der Genossenschaft und liebe arteFakt-Freunde,

unseren Olivenhain in Palombaio in Apulien, der noch in der früher üblicheren Form eines Olivengartens angelegt ist, haben wir, u.a. mit Olivenbaumpaten, dem 1-Euro-Museumstaler und unserem Verzicht auf den Ertrag aus dem Verkauf eines 0,5l Liter Kanisters Olivenöl No.7, über die Jahre zu einem Landschaftsmuseum entwickelt. Viele arteFakt-Freunde haben den Hain bereits beim Ernten der Oliven kennen gelernt oder sind Paten von einem der über zweihundert Olivenbäume geworden.

Das Landschafts-Museum mit ersten Erfolgen auch als Klima-Zukunftswerkstatt

Mit den Slogans „Ölwechsel“ und „Olivenöl aus der Fettecke holen“ hatten wir uns vor dreißig Jahren erfolgreich als Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft aufgemacht Olivenöl neu zu erfinden, um damit kleinen und familiären Olivenlandwirten eine Chance zur Modernisierung zu eröffnen. Heute arbeiten wir mit ihren Kindern zusammen, die uns ihre Olivenöle lange schon in hochwertiger Qualität als sehr genussreiche Lebensmittel liefern. Auch ihre Generation steht jetzt vor grundlegenden Veränderungen, um ihre Zukunft zu sichern. Die klimatischen Veränderungen mit immer häufigerer Trockenheit und starker Hitze bedrohen ihre Oliven.

Erneut nehmen wir diese Herausforderung zusammen als Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft auf. Mit Methoden der Agroforstwirtschaft suchen wir in den Hainen ein Mikroklima zu schaffen, bei dem bis zu 50% weniger Wasser zur Bewirtschaftung benötigt wird und die Haine damit widerstandsfähiger werden. Auch das beginnt wieder mit Forschung und Entwicklung und zunächst erst kleineren Versuchen. Das Landschaftsmuseum Palombaio haben dafür zu einer Zukunftswerkstatt erweitert und den 1-Euro- Museumstaler in den 1-Euro-Klimataler umbenannt. Damit konnten wir grundlegende Investitionen in die Geräteausstattung und in die Wasserverfügbarkeit für die Anzuchtphase vornehmen und erste Erfolge für zwei Versuchsflächen der agroforstwirtschaftlichen Umgestaltung auf dem Hain erreichen.

Wege aus dem monokulturellen Anbau

Die traditionell in den Olivenhainen nicht bewirtschafteten und von allen Pflanzen „gesäuberten“ Flächen zwischen den Olivenbaumreihen werden hier jetzt landwirtschaftlich genutzt, damit der Boden bedeckt und vor Austrocknung geschützt wird. Zwischen die Olivenbäume sind dauerhaft aromatische Duftbüsche gepflanzt, die Schadinsekten fernhalten und Nutzinsekten anlocken können. Dazu spenden sie Schatten, wenn sie herangewachsen sind, fördern das Bodenleben und stärken das Mikroklima. Der Boden des linken Feldes wurde mit Humus aus der Regenwurmzucht von Davide Colasanto (Cardoncello Pilze aus unserem „3 in 1“ Angebot) und mit Pflanzenkohle, die mit Gärresten aus der Biogasanlage getränkt wurde, um Bakterien und weitere Mikroorganismen darin zu erzeugen, gedüngt. Die rechte Fläche blieb ohne diesen Auftrag und das Ergebnis der ausgesäten Fave (einer Variante der Ackerbohne) ist eindeutig. Palma konnte jetzt von der mit Humus und Pflanzenkohle verbesserten Fläche sechs Säcke der Fave-Bohnen ernten und von der anderen nur zwei Säcke. Diese Bodenveränderungen werden sich auch auf den Ertrag der danebenstehenden Olivenbäume auswirken.

Ohne den engagierten Einsatz vor Ort von Palma Iacobelli, unserer dortigen Mitarbeiterin und ihrer Unterstützung durch Giuseppe Lombardi (Olivenöl No.7 grün), Davide Colasanto und Giuseppe Sannicandro mit seinem Team der gemeinnützigen Organisation REGEN Habität, könnten wir das Projekt des Landschaftsmuseums und der Klima-Zukunftswerkstatt von Wilstedt aus nicht verfolgen. Unterstützt werden wir dabei auch von unserem Mitglied Walter Danner aus Reisbach, zusammen mit der von ihm gegründeten gemeinnützigen Organisation „char2cool“ (Mit Pflanzenkohle die Erde kühlen) und ihren reichhaltigen Erfahrungen zur einfachen Herstellung von Pflanzenkohle und ihres Einsatzes in afrikanischen Trockenzonen.

Und wir danken allen, die das finanziell mit dem 1- Euro-Klimataler und dem Kauf von 3 in 1-Produkten möglich machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

arteFakt Forschungs- und Entwicklungsteam

 

P.S.:

Möchten Sie Olivenbaumpate werden?

Schreiben Sie uns unter info@artefakt.eu, wir sprechen Sie dann gerne an.

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