
Guten Tag liebe Mitglieder,
das kalendarische Jahr neigt sich mit der Adventszeit und den anschließenden Festtagen dem Ende zu, unser Geschäftsjahr weicht allerdings davon ab und endete bereits am 31. Oktober. Im ersten Überblick war es wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr, dass wir mit einem Überschuss abschließen konnten. Mit unserem Steuerberater wird nun noch an der buchhalterischen und steuerfachlichen Feinjustierung gearbeitet, die Ende Januar fertig sein soll, so dass wir die Jahresmitgliederversammlung schon jetzt terminieren können. Sie wird am 28. März 2026 in Bremen, nahe dem Hauptbahnhof im Überseemuseum stattfinden, erneut in hybrider Form, Sie können also analog mit dabei sein oder sich digital zuschalten.
Olivenöle der neuen Ernte schon früh verfügbar
Die klimatischen Veränderungen lassen die Oliven erneut früher reifen als wir es in der Vergangenheit gewohnt waren. Das einmal konzipierte Kampagnenprinzip mit einem gemeinsamen Start aller Olivenöle der neuen Ernte funktioniert daher immer weniger. Mit dem Olivenöl No.2 von Sizilien, dem Olivenöl special Carolea aus Apulien und dem Olivenöl No.11 grün aus Katalonien sind bereits die ersten Olivenöle der neuen Ernte im Shop, und im Januar werden weitere folgen. Den Start der Olivenölkampagne, der traditionell mit der Aussendung der Frühjahrs-Auskünfte Mitte März erfolgt, werden wir noch beibehalten, werden aber keine Olivenöle, die uns schon vorher erreichen, bis dahin zurückzuhalten. Mit neuen Ideen werden wir für die kommenden Jahre auf die veränderte Situation reagieren, nehmen hierfür Anregungen gerne an und berichten dann in den Herbst-Auskünften über zukünftige Neuerungen.
Weitgehend stabile Preise für die neue Ernte
In Italien und Spanien sind größere Ernteeinbußen wie im letzten Jahr ausgeblieben, so dass die allgemein für den Markt verfügbare Olivenölmenge die Preise stabilisiert. Noch reicht die Menge aber nicht zur Befriedigung der früheren allgemeinen Marktnachfrage, so dass das Preisniveau insgesamt weiterhin hoch bleibt. Auch unsere Partner-Oliviers halten ihre Preise stabil, so dass wir unsere Preise, bis auf kleinere Korrekturen, in der neuen Kampagne unverändert belassen können.
Für unsere griechischen Oliviers waren die Bedingungen leider weniger erfreulich. Die Familie Fronimakis auf Kreta musste mit einer Feuerbrunst im Sommer, die auch in ihren Canyon eindrang, bereits den Verlust von ca. 300 Olivenbäumen hinnehmen. Eine lange anhaltende Trockenheit, die bis hinein in die Erntezeit reichte, ließ die Oliven dann nur sehr wenig Olivenöl ausbilden, so dass ihre Ernte nur eine Minimalmenge an Olivenöl hervorbringen wird.
Die Kooperative Eleonas auf dem südlichen Peloponnes hatte mit ihrer geografischen Nische des Hochplateaus in den Bergen erneut weniger Schwierigkeiten mit dem Klima. Viele Olivenbäume konnten sie dann aber trotzdem nicht ernten, weil sich in den Oliven ab der Frühreife recht schnell von innen her eine Fäulnis bildete. Noch forschen wir nach der Ursache, in jedem Fall ist es ein herber Verlust vom mehr als 50% der erwarteten Ernte. Für die Kooperative kommt das zur Unzeit, errichtet und finanziert sie doch gerade eine eigene Olivenmühle.

Bei einem anderen beliebten Produkt, den fettfrei gerösteten Haselnüssen von Josep M. Mallafré aus Katalonien, sind die Preise durch die Decke geschossen. Wie bereits mehrfach den Medien zu entnehmen war, ist es weltweit zu einer drastischen Missernte von Haselnüssen gekommen, was die Preise fast verdoppeln ließ. Das erreichte auch uns, so dass wir jetzt eigentlich eine Goldschleife um das Glas mit Haselnüssen binden müssten. Die Freunde und Freundinnen dieser leckeren Haselnüsse werden sie in diesem Jahr wohl nur einzeln und mit Bedacht genießen können.
2026 wird arteFakt 30 Jahre alt
1996 starteten wir in Berlin mit dem ersten Angebot von eintausend 1 Liter-Kanistern eines Olivenöls aus Ligurien. Man konnte nur ein Mal im Jahr einen 1 Liter-Kanister bestellen und musste, wenn dieser verbraucht war, ein Jahr auf die nächste Ernte warten. In den ersten drei Jahren war arteFakt als Forschungsprojekt konzipiert und erst 1999 mit der Gründung der GmbH dann juristisch ein Handelsunternehmen. Im neuen Jahr blicken wir auf die Gründungsjahre zurück und erzählen davon, auch warum man im ersten Jahr nur einen 1 Liter-Kanister erwerben konnte. Vielleicht waren Sie zu dieser Zeit schon mit dabei, dann schreiben Sie uns gerne Ihre Erinnerungen.
Zum Vormerken:
28. Olivenöl-Abholtage am Sonnabend und Sonntag,
den 25. und 26. April 2026 in Wilstedt
FuE Agroforstwirtschaft Palombaio
Maria Dahm, Studentin an der Hochschule für Nachhaltigkeit in Eberswalde, absolviert derzeit ein Auslandspraktikum in Palombaio bei der dortigen NGO für Permakultur und Agroforstwirtschaft und engagiert sich währen dieser Zeit auch für unsere dortigen Projekte. Sie unterstützt hier Palma Iacobelli aus Bari, die in den Niederlanden Agroforstwirtschaft studiert hatte und mit uns schon länger zusammenarbeitet. Zu sehen sind sie hier bei der Bearbeitung unserer beiden Agroforst-Versuchsflächen für die neue Vegetationsperiode. Es geht dabei um eine veränderte Landwirtschaft, die mit 30 bis 40% weniger Wasser auskommen können soll und deren Böden das Wasser lange halten können. Unter der Erde wird das durch einen Humusaufbau und mit der Pflanzenkohle zur Aktivierung des Bodenlebens erreicht und über der Erde durch einen diversifizierte und sich synergetisch ergänzende Pflanzengemeinschaft, die den Boden bedeckt sowie die Humusbildung, als auch die Entwicklung nützlicher Insekten und bodennaher Kleintiere befördert und damit Einfluss auf das Mikroklima nehmen kann.

Eine der beiden Flächen haben wir jetzt „gedopt“ und zwar mit Humus aus der Regenwurmzucht von Davide Colasanto aus Ruvo und mit aktivierter Pflanzenkohle aus dem Projekt bei der Cooperative Emanuel De Deo in Minervino. Hier kommt der Prototyp der Carbon Box von Walter Danner (Mitglied unserer Genossenschaft) aus dem Entwicklungszentrum seines Unternehmens Snow Leopard Projects zur Herstellung von Pflanzenkohle aus dem Schnitt der Olivenbäume zum Einsatz. Auf beiden Flächen wurden als ökonomisch verwertbare Nutzpflanzen Fave-Bohnen ausgesät. Der satte Regen der letzten Wochen lässt die Bohnen bereits erkennbar gut sprießen. Alle Versuche dienen hier der Vorbereitung eines größeren Klimaprojektes, für das wir zusammen mit unseren Partner*innen in Apulien einen Antrag für Gelder aus Fördertöpfen der EU vorbereiten.

In den letzten Tagen kam es zum Durchzug eines Wolkenfeldes, dass in wenigen Stunden immense Wassermassen abregnen ließ und zu Sturzbächen führte. Palma schaut sich hier die weggespülte Mauer und der Abbruchkante zum Nachbar-Olivenhain an, die hunderte von Jahren gehalten hatte und sie jetzt an einem Tag weggespült und eine Auswaschung des Bodens zu einem kleinen See mit einer Tiefe von einem Meter fünfzig hinterlassen hat. Das ist jetzt die Realität. Sehr lange und regenfreie Sommermonate und in der Winterzeit Regen zumeist nur als Wolkenbrüche. Hierauf müssen wir Antworten finden. Dank der Spendenbereitschaft für den 1 Euro-Klimataler stehen uns die Mittel für erste kleinere Versuchsprojekte zur Verfügung. Ebenso hilfreich ist dabei die Bereitschaft von Mitgliedern und arteFakt-Freunden aus dem Kundenkreis, diese Mittel in praktischer Arbeit vor Ort auch einzusetzen.
Nun wünschen wir Ihnen eine nicht zu stressige Advents- und Vorbereitungszeit der Festtage und dann einen geruhsamen Übergang in das neue Jahr. Für uns wird es bis einschließlich dem 19. Dezember, dem letzten Tag der Aussendung von Paketen, noch recht angespannt bleiben und wir verabschieden uns dann zum Erholen und Schöpfen neuer Kräfte bis zum 3. Januar in die Betriebsferien und sind ab dem 6. Januar wieder für Sie da.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
arteFakt-Team

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